Menü
Nürnberg Kultur
Kulturreferat der Stadt Nürnberg

Nürnberg legt Kulturstrategie vor

Kulturstrategie der Stadt Nürnberg
Foto: Ralf Schedlbauer/Stadt Nürnberg

Wie kann Kultur in Nürnberg weiterhin der Motor gesellschaftlicher Entwicklung bleiben und unser Stadtleben aktiv gestalten? Welche Herausforderungen muss die Nürnberger Kulturlandschaft meistern, um über das Jahr 2030 hinaus attraktiv, innovativ und vielfältig zu bleiben?

Über 500 Fachleute aus Kulturinstitutionen, Verwaltung und freier Szene haben sich darüber in einem halbjährigen Arbeitsprozess intensiv Gedanken gemacht und gemeinsam die erste Kulturstrategie der Stadt Nürnberg erarbeitet. Am 31. Januar 2018 verabschiedete der Stadtrat den fast 100-seitigen Abschlussbericht zur Kulturstrategie.
 
Als drei zentrale Handlungsfelder wurden formuliert:

  • Grundlagen für eine "nachhaltige Kulturpolitik, Kulturentwicklung und Kulturförderung" schaffen, um auf zukünftige Herausforderungen wie den demographischen Wandel, wachsende Individualisierung und Pluralisierung der Lebensstile und die Entstehung sowie den Bedeutungsgewinn neuer Kunst- und Kulturformen zu reagieren;
  • "Diversität und Teilhabe stärken", damit alle Menschen in Nürnberg Kunst und Kultur gestalten und produzieren, wahrnehmen und konsumieren können;
  • die Frage danach, wie wir "Nürnberg neu erzählen" und sichtbar machen sowie damit verbindende, zukunftsweisende Themen für kulturelle Produktion markieren können.

Eine Strategie ist kein Kochbuch mit fertigen Rezepten, sondern liefert zunächst die Zutaten für´s Menü. Sie dient – im Sinne einer "rollenden Planung" – als Grundlage und soll in den nächsten Jahren immer wieder reflektiert, aktualisiert und angepasst und so nach und nach durch konkrete Maßnahmen umgesetzt werden.

Und so geht es los:

  • "Intensivierung des kulturpolitischen Diskurses":
    Wir wollen mehr miteinander reden, mit Kulturschaffenden aus Nürnberg, der Region und aus aller Welt, Politikerinnen und Politikern, Vertreterinnen und Vertretern von Jugendorganisationen oder Inklusionsexpertinnen und –experten, und gemeinsam Kulturpolitik in Nürnberg gestalten. Real und digital!
  • "Digitalisierungsstrategie für den Kulturbereich":
    Digitalisierung ernst nehmen bedeutet mehr als nur den Einsatz von Social Media und flächendeckende Versorgung mit WLAN, z.B. sich mit Trends wie Games und Gamification, digitalisiertem Kulturerbe oder den Chancen und Möglichkeiten digitaler Kommunikation auseinanderzusetzen.
  • "Raumleerstands- und Zwischennutzungsmanagement":
    Raum ist Mangelware und Lebenselixier für Kunstschaffende. Wir nehmen dies ernst und wollen gemeinsam mit Partnerinnen und Partnern Lösungen entwickeln, die Kunst- und Kulturschaffenden durch Zwischennutzungen Raum für ihre Arbeit bieten.
  • "Evaluierung und Weiterentwicklung von Kulturförderverfahren":
    Wir wollen die Kulturförderung auf den Prüfstand stellen:
    Inwiefern können Kulturschaffende bei der Antragstellung noch mehr unterstützt werden? Wen erreicht die Kulturförderung überhaupt? Welche Möglichkeiten zur Förderung gibt es für Kreative neuer zeitgenössischer Genres wie Videokunst, Street-Art oder Games?
  • "Abbau von Teilhabebarrieren und Förderung des Generationendialogs":
    Jede und jeder soll Kulturangebote produzieren und wahrnehmen können. Sprache, Bildungshintergrund, körperliche Einschränkungen oder Alter dürfen kein Hindernis sein. Wir wollen Kunst und Kultur als verbindendes Element unserer Stadtgesellschaft fördern und besonders den Gedanken des „Selber-Machens“ stärken.
  • "Weiterentwicklung von Erzählsträngen":
    Wie erzählt sich eine Stadt? Wofür stehen wir als Kulturort? Welche Bilder und Botschaften senden wir in die Welt? Die Verständigung auf zukunftsgerichtete Bilder für die Kulturstadt Nürnberg ist ein Wunsch, den alle Workshop-Teilnehmerinnen und- teilnehmer immer wieder äußerten. Daran wollen wir arbeiten.

 

Stimmen zur ersten Kulturstrategie Nürnbergs

"Die nun vorliegende Kulturstrategie Nürnbergs ist eine starke Leistung. Unabhängig vom Ergebnis der Kulturhauptstadtbewerbung hat die Stadt damit schon nachhaltige Effekte für ihre Kulturlandschaft gesichert."
– Dr. Ulrich Fuchs, Vorsitzender der europäischen Auswahljury für den Kulturhauptstadt-Titel

"Die Workshops haben gezeigt, wie groß das Bedürfnis nach Kommunikation und Teilhabe ist."
– Felix Kaden, Slam-Poet und Vorstandsmitglied bei Kulturschock e. V. Nürnberg

"Danke, dass Sie in die Konzeptentwicklung (und gerne auch in weiteren Schritten) die wichtige Gruppe der 130.000 Nürnberger Seniorinnen und Senioren einbezogen haben."
– Christian Marguliés, Vorsitzender des Stadtseniorenrats

„Nürnberg“ kann ohne Berücksichtigung der historischen Dimensionen nicht erzählt werden. Diese waren eine stete Herausforderung für die Stadtgesellschaft und stehen für den Umgang mit zukünftigen Umformungsprozessen."
– Dr. Clemens Wachter, Leiter des Archivs der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg

"Vielen Dank für die Beteiligungsmöglichkeit bisher. Gerne bleiben wir als Netzwerk, welches die Digitalisierung in vielen Bereichen vorantreibt im weiteren Prozess der Kulturhauptstadt aktiv dabei."
– Robert Couronné, Geschäftsführung von NIK e. V.- NETZWERK FÜR INNOVATION UND KOOPERATION, Nürnberger Initiative für die Kommunikationswirtschaft