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Sparda-Bank präsentiert

Stars im Luitpoldhain

Thomas Quasthoff & Band bei Stars im Luitpoldhain 2011
Stadtreklame Nürnberg
Abendzeitung Nürnberg

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Thomas Quasthoff sang am 30. Juli 2011 in Nürnberg

Er ist ein Welt-Star in der Klassik-Szene, seit vielen Jahren auf den großen Bühnen zuhause, in der Scala ebenso wie bei den Salzburger Festspielen. Mit zwei Grammy Awards ausgezeichnet ist Thomas Quasthoff für viele gar der „Mann mit der schönsten Stimme der Welt” (STERN). Als großartiger Interpret von Jazz- und Soul-Klassikern erhielt er aktuell den „Echo Preis” im Bereich Jazz.

Sein preisgekröntes Programm „Tell It Like It Is” stellte Thomas Quasthoff & Band am 30. Juli 2011, in Nürnberg bei einem Konzert im Luitpoldhain vor; unter freiem Himmel und bei freiem Eintritt. Weil Quasthoff diese wunderbare Atmosphäre, wie sie bei den Klassik Open Airs mit über 100 000 Besuchern so eine beispiellose Tradition geworden ist, erleben möchte. Sein Schlagzeuger, der Nürnberger Wolfgang Haffner, 2010 Echopreisträger als bester Jazz-Schlagzeuger, hatte ihm davon erzählt.

Umso schöner, dass dank dem Einsatz der Sparda-Bank Nürnberg und der Abendzeitung Nürnberg das Treffen mit einem Weltstar und seinen handverlesenen Musikerfreunden bei freiem Eintritt zu erleben war.

Thomas Quasthoff & Band: Tell It Like It Is

Harald Hoffmann
Foto: Deutsche Grammophon

„Es gibt wirklich nur gute und schlechte Musik” sagt Thomas Quasthoff über die Auswahl seiner Programme. Und folgerichtig überspringt der Klassik-Weltstar nicht nur die Grenzen zum Jazz, sondern auch die zwischen Jazz, Soul und Pop. Nicht das Genre bestimmt das Konzertprogramm, sondern einzig die Liebe zu den Songs und der Wille, die Menschen mit seiner Musik wirklich zu berühren. Im Nürnberger Luitpoldhain stellte er sein Programm „Tell It like it Is” vor, das als CD bei der Deutschen Grammophon erschienen ist, und für das er umgehend den Jazz-Echo 2011 erhielt.

Götz Bühler | Deutsche Grammophon, beschrieb das Programm so:

„Schon der Titelsong Tell It Like It Is – in der Originalversion im Falsett des hünenhaften Aaron Neville bekannt und später ebenso von Hardrock-Bands wie Country-Barden in die Charts gesungen, außerdem von Nina Simone, Percy Sledge oder dem Schauspieler Don Johnson – scheint wie für Thomas Quasthoff geschrieben. Mit der atemberaubenden Art, wie er diese Ballade interpretiert, macht er sie sich überdies zu eigen. Das Gefühl steht bei dieser Produktion hör- und spürbar im Vordergrund. Die Seele des Songs und die des Sängers werden eins – er durchdringt dieses Repertoire, thematisch, musikalisch, stimmlich. Das gilt für das sehnsüchtige Please Send Me Someone To Love von Ray Charles’ Lieblingsautor Percy Mayfield ebenso wie für den selbstbewussten Blues-Hit Seventh-Son aus der Feder von Willie Dixon. Man freut sich mit ihm bei den groove-glücklichen Versionen von Bill Withers’ Kissing My Love oder The Whistleman, geschrieben von seinem großen Bruder, dem er viele seiner frühen musikalischen Einflüsse verdankt und dem er auch das Album widmet. Man glaubt ihm einfach jedes Wort, jede Note, egal ob er John Hiatts Have a Little Faith In Me oder Otis Reddings und Jerry Butlers I’ve Been Loving You Too Long singt. Schließlich wäre da noch die „Regen-Trilogie”: Rainy Night in Georgia, ein sentimentales Kleinod von Tony Joe White, bestens bekannt in den Interpretationen von Brook Benton oder Randy Crawford, der Ann Peebles- und Tina Turner-Hit I Can’t Stand The Rain und Randy Newmans Country-Karikatur Rider In The Rain. Auch Newmans größter und garstigster Hit Short People fehlt nicht, ein Song, der dem Songwriter 1977 viele Klagen einbrachte und Thomas Quasthoff über dreißig Jahre später zumindest noch irritierte Blicke.”

Mit gestaltet wurde das Programm von „einer Truppe guter Freunde und außerordentlicher Musiker” (so Quasthoff), nämlich von dem Schlagzeuger Wolfgang Haffner, dem Pianisten und Hammond-B3-Organisten Frank Chastenier, dem Bassisten Dieter Ilg und dem Gitarristen Bruno Müller.    

„Das allerentscheidendste ist, ich sagte es bereits”, so Thomas Quasthoff, „dass wir mit dieser Musik Spaß haben: Die Zuhörer, die Musiker, und nicht zuletzt auch ich.”

Warum Thomas Quasthoff in Nürnberg spielte

Stefan Schindler, Thomas Quasthoff und Andreas Radlmeier
Foto: Berny Meyer

Bei klassischen Lied-Konzerten, mit denen er berühmt wurde, kann er sich solches Entertainment nicht erlauben. Deshalb liebt es Thomas Quasthoff ab und zu, seine kabarettischen Wurzeln auszugraben, damit "einfach nur gut zu unterhalten".. Und seine Neigungen zu Soul, Pop, Jazz - Klassikern jenseits der E-Musik. In Nürnberg fand er dafür die passende Spielweise: Im Luitpoldhain gab er am 30. Juli eines der größten Konzerte seiner Karriere. Bei der Besichtigung des "Tatorts" war der berühmte Bass-Bariton bestens gelaunt, gab am Fließband Interviews und erzählte von der Faszination, vor Tausenden von Menschen zu singen: "Ich will die Atmosphäre von Deutschlands größtem Open-Air-Gelände spüren."

Angewärmt hatte das Konzert, für das Quasthoff eigens seinen (an und für sich heiligen) Jahresurlaub unterbricht, der Nürnberger Schlagzeuger Wolfgang Haffner. Den hatte Quasthoff beim Startrompter Till Brönner kennengelernt. Jetzt spielt der nicht minder berühmte Haffner in Quasthoffs Band. Die, betont er, ist eine richtige Freundestruppe. Und die Musiker seien über jeden Zweifel erhaben. Den historischen Zusammenhang, der Luitpoldhain war Bestandteil des NS-Reichsparteitagsgeländes, kommentierte Quasthoff spontan mit "Ich wollte schon immer mal auf Hitlers Spuren wandern", um dann hinzuzufügen, dass es ihn freue, dass das Gelände nun eine andere Funktion habe: Schließlich hätte er vor 70 Jahren, merkt er sarkastisch mit Blick auf seine Behinderung, nicht leben dürfen.

Die Sparda-Bank Nürnberg, die 2011 achtzig Jahre alt wurde, machte sich und der Stadt dieses außergewöhnliche Konzert zum Geschenk. So war auch der Auftakt zu "Stars im Luitpoldhain" – wie auch die Klassik Open Airs – bei freiem Eintritt zu erleben. Nur der Erwerb des Sterne-Pins zur teilweisen Refinanzierung war ein schönes Zeichen der Unterstützung durch die Besucherinnen und Besucher.

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